Impuls

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Im|puls [ɪm'pʊls], der; -es, -e:
Anstoß, Antrieb (zu etwas):
einen Impuls geben, empfangen; die Steuersenkung könnte für die Konjunktur einen Impuls bedeuten; Neugier ist ein wesentlicher Impuls für meine Arbeit.
Syn.: Beweggrund, Grund, Idee, Ursache, Veranlassung.
Zus.: Denkimpuls, Schaffensimpuls.

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Im|pụls 〈m. 1
1. 〈früher〉 Kraftstoß
2. 〈fig.〉
2.1 Anstoß, Anregung, Antrieb
2.2 innere Regung, Augenblicksentschluss
3. 〈Phys.〉 Bewegungsgröße eines Körpers, Produkt aus Masse u. Geschwindigkeit
4. 〈El.〉 kurzer elektrischer Spannungs- od. Stromstoß
● einem \Impuls folgen 〈fig.〉; die Wirtschaft braucht neue \Impulse 〈fig.〉; sein erster \Impuls war lautstarker Protest 〈fig.〉; etwas aus einem \Impuls heraus tun 〈fig.〉 [<lat. impulsus „angestoßen, angetrieben“, Part. Perf. zu impellere „anstoßen, antreiben“]

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Im|pụls , der; -es, -e [lat. impulsus, zu: impellere = (2. Part.: impulsum) anstoßen, zu: pellere, Puls]:
1.
a) Anstoß, Anregung:
kräftige, entscheidende, künstlerische -e gehen davon aus;
seine Worte geben dem Gespräch einen neuen I.;
b) Antrieb, innere Regung:
einen I. [zu etw.] haben;
er tat es in einem plötzlichen I.
2.
a) (Elektrot.) Strom- od. Spannungsstoß von relativ kurzer Dauer;
b) (Med.) Anstoß, Erregung, die von den Nerven auf entsprechende Zellen, Muskeln o. Ä. übertragen wird:
nervöse -e.
3. (Physik)
a) Produkt aus Kraft u. Dauer eines Stoßes;
b) Produkt aus Masse u. Geschwindigkeit eines Körpers.

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I
Impuls,
 
aus dem Zentralnervensystem kommender Anreiz, Anstoß oder Antrieb zu einer (meist plötzlichen) Handlung.
 
Bei impulsivem Handeln werden Einfälle und Ideen ohne weitere Bewusstseinskontrolle sofort in die Tat umgesetzt.
II
Impuls
 
[engl. pulse], allgemein ein einmaliger Vorgang von kurzer Dauer; im Verlauf eines Impulses steigt eine physikalische Größe kurzzeitig an und fällt danach wieder ab. Beispiele sind Spannungsimpuls oder Stromimpuls. Die Impulsform, also die Änderung der Größe mit der Zeit, kann unterschiedliche Gestalt annehmen (Abb.). Ein Glockenimpuls ist durch eine symmetrische Form mit glockenförmigem Aussehen gekennzeichnet. Beim Rechteckimpuls steigt die physikalische Größe abrupt an, bleibt kurze Zeit konstant und fällt ebenso abrupt wieder ab. Dagegen zeigt ein Sägezahnimpuls einen kontinuierlichen Anstieg auf einen Maximalwert, gefolgt von einem steilen Abfall. Ein Trapezimpuls steigt steil auf einen maximalen Wert an, fällt dann zunächst schwach ab und endet mit einem steilen Abfallen. Anstieg und Abfall werden hier und bei Impulsen ähnlicher Form als Vorder- bzw. Rückflanke bezeichnet. Neben der Form ist ein Impuls charakterisiert durch die Impulsamplitude, also den Wert der Auslenkung der fraglichen Größe, und die Impulsdauer.
III
Impụls
 
[lateinisch, zu impellere »anstoßen«] der, -es/-e,  
 1) allgemein: Anstoß, Anregung; Antrieb.
 
 2) Physik und Technik: im weiteren Sinn ein Vorgang (impulsförmiger Vorgang, Stoß), dessen Augenblickswerte nur innerhalb einer beschränkten Zeitspanne merklich von null abweichen und dabei einen beliebigen Verlauf haben. Ein solcher Impuls hat gewöhnlich ein breites Frequenzspektrum (Spektralfunktion). Er kann unipolar sein (kein Vorzeichenwechsel während der gesamten Dauer) oder bipolar (mit Vorzeichenwechsel und gleich großen Flächen unter den Kurventeilen beiderseits der Zeitachse; in der Akustik z. B. ein »Knall«). Periodische Wiederholungen von Impulsen heißen Puls. In der Datentechnik spielen Impulse mit den verschiedensten Funktionen eine große Rolle.
 
Im engeren Sinn ist der Impuls (Bewegungsgröße), Formelzeichen p (Betrag p), eine wohldefinierte physikalische Größe: Ein Körper oder ein Teilchen der Masse m, die sich mit der Geschwindigkeit v bewegen, haben den Impuls p = mv. Diese Definition gilt auch für relativistische Teilchen, sofern unter m die relativistische Masse m = m0γ verstanden wird (γ = 1/, c Lichtgeschwindigkeit); der räumliche Impuls p bildet dann zusammen mit der relativistischen Gesamtenergie E des Teilchens einen Vierervektor, den (auch Energie-Impuls-Vektor genannten) Viererimpuls pμ = {p, iE / c}. In der (nichtrelativistischen) Quantenmechanik ist der (räumliche) Impuls ein Operator: p = —ih̶.
 
Der Gesamtimpuls eines aus mehreren Teilen bestehenden Systems ist gleich der Summe der Impulse seiner Komponenten, die ihrerseits gleich dem Produkt aus Gesamtmasse und Geschwindigkeit des Schwerpunkts des Systems ist. Bei Abwesenheit äußerer Kräfte bleibt in einem Inertialsystem der Impuls eines Körpers (1. newtonsches Axiom) beziehungsweise der Gesamtimpuls erhalten (1. und 3. newtonsches Axiom). Die zeitliche Änderung des Impulses ist in einem Inertialsystem gleich der Kraft: F = dp / dt (2. newtonsches Axiom). — Für Kontinua (Felder) ist es nicht möglich, diskrete Impulse anzugeben; hier tritt an die Stelle des Impulses die Impulsdichte g (auf die Volumeneinheit entfallender Impulse). Sie ist beispielsweise für das elektromagnetische Feld g = S / c2, wobei S der Poynting-Vektor ist. Ihr Integral über ein endliches Volumen ergibt den auf diesen Volumenbereich des Feldes entfallenden Impuls. Ein Beispiel für die Anwendung der Impulsgesetze ist der Raketenantrieb: Der Impuls der Rakete muss immer gleich dem Gesamtimpuls des ausgeströmten Brennstoffs sein. Er ist daher gleich dem Zeitintegral über den Schub der Rakete (Schub mal Brenndauer).

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Im|pụls, der; -es, -e [lat. impulsus, zu: impellere = (2. Part.: impulsum) anstoßen, zu: pellere, ↑Puls]: 1. a) Anstoß, Anregung: kräftige, entscheidende, künstlerische -e gehen davon aus; seine Worte geben dem Gespräch einen neuen I.; zu dieser Zusammenkunft ..., von der, so hoffte ich, -e ausgehen würden zur Bekämpfung der Not (Heym, Schwarzenberg 37); gerade dem rückständigen Hinterland, das entwicklungspolitische -e am dringendsten benötigen würde, fehlen die Voraussetzungen (NZZ 30. 4. 83, 39); b) Antrieb, innere Regung: sein erster I. war wohl Flucht (Saarbr. Zeitung 2. 10. 79, 10); weil ich für meinen I. auf (mein plötzliches Verlangen nach) Schokolade abkassiert werde (Woche 2. 1. 98, 21); einen I. [zu etw.] haben; er tat es in einem plötzlichen I. 2. a) (Elektrot.) Strom- od. Spannungsstoß von relativ kurzer Dauer: Bei 160 Kilometern schaltet sich das eigene Triebwerk der Fähre ein, das sie mit zwei -en auf Orbitalgeschwindigkeit bringt (Freie Presse 16. 11. 88, 4); b) (Med.) Anstoß, Erregung, die von den Nerven auf entsprechende Zellen, Muskeln o. Ä. übertragen wird: nervöse -e. 3. (Physik) a) Produkt aus Kraft u. Dauer eines Stoßes; b) Produkt aus Masse u. Geschwindigkeit eines Körpers.

Universal-Lexikon. 2012.

Synonyme:

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